Wovor läufst du weg?

Menschen sind nicht gut darin, sich Angelegenheiten zu stellen, die ihnen fremd sind. Sie sind nicht gut darin, sich auf neue Dinge einzulassen und sie sind nicht gut darin, ihre Komfortzone zu verlassen.

Das heißt nicht, dass diese Eigenschaften nutzlos sind, denn der Mensch hat nichts Unsinniges an sich.

Evolutionär gesehen sind diese Eigenschaften ein Ventil der Existenzsicherung und der Energieverbrauchseffiziens. In Zeiten, wo nicht sicher war, wann man das nächste mal was zu Essen oder was zu Trinken bekommt, ist jede Form der Energieverbrennung eine unnötige Belastung für den Körper. Das Gehirn hat gelernt, jede nicht lebensnotwendige Aktion als eine schwerfällige zu bewerten. Dadurch fällt es uns meistens schwer, die nötige Motivation oder Kraft aufzubringen, um unser Leben nach unseren eigenen Vorstellungen zu gestalten. Das Gehirn hat auch noch eine andere Taktik, die lange bei mir funktioniert hat. Es gibt dir das Gefühl, dass das bloße Nachdenken beziehungsweise der Wunsch der Veränderung ausreicht, damit du dich wieder zufrieden gestellt fühlst.

Menschen, die sich nicht in neue Gebiete gewagt haben, wurden nicht von einem gefährlichen Raubtier zerfleischt. Siedlungen, die nicht weitergezogen sind, sind nicht auf den Weg zur einer neuen Heimat von einem eisigen Winter erwischt worden. Und diejenigen, die keine neuen Beeren oder Pflanzen probiert haben, sind nicht an ihrem Gift gestorben.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Nachfahren dieser Menschen, die aus Furcht, Angst und Bequemlichkeit überlebt haben, liegt bei fast 100%. Und wir alle sind ihre Nachfahren. Diejenigen, die gefährlich gelebt haben, sind nach und nach ausgestorben. Natürlich gibt es auch heute Menschen, die gefährlich leben und selbstverständlich sind nicht alle Menschen ausgestorben, die „nicht angepasst“ waren. Doch es ist eine überwältigende Mehrheit der gut Angepassten, welche man auch leicht in der heutigen Zeit wiederfinden kann.

Wer von euch kann behaupten, er stelle sich tagtäglich seinem inneren Schweinehund? Und hat in Zeiten des Überfluss aus guten Grund seinen „Energiesparmodus“ benutzt?! Als Gastronom sehe ich viele Menschen, die kommen und gehen und als Beobachter sehe ich den Stillstand in ihnen . Sie bewegen sich an Ort und Stelle, sie trampeln wie ein Nichtschwimmer im Wasser. Es verbraucht viel Kraft, im Wasser nicht zu ertrinken, wenn man nicht die richtige Technik inne hat. Dabei ist diese Technik gar nicht so schwer zu meistern. Ich bin das beste Beispiel dafür. Lange Zeit war ich ein Nichtsnutz, der sich auf dem Leid seiner Vergangenheit ausgeruht hat. Ich war wirklich fertig mit der Welt und habe mir unnötig viel Zeit gegeben, um mich wieder aufzubauen . Meine Vergangenheit spielt aber in der Gegenwart absolut keine Rolle mehr und ich habe viel zu lange gebraucht, um das mitzubekommen – und dies hat zum Stillstand geführt. Mein Opa hat mal gesagt: „Es spielt keine Rolle, wie anstrengend oder wie schlimm der Tag war. Solange du auch nur einen Schritt nach vorne gemacht hast, war es ein guter Tag, ein erfolgreicher.“

Die Geschichte meines Opas ist eine große Inspirationsquelle für mich, allgemein meine Familie mütterlicher Seite hat unglaubliche Dinge erlebt, aber dazu ein andern mal mehr…

Nun seit Ende Februar dieses Jahres habe ich mich endlich von dieser mentalen Antriebslosigkeit befreit. Lernte die Technik (Das Motto meines Opas) – statt nur darüber nachzudenken – und bin in die Welt hinausgeschwommen. Langsam sehe ich die Früchte der ersten Saat und auch wenn nicht alles geklappt hat, was ich mir vorgestellt habe, so muss ich sagen, dass mir nach meinem Klickmoment viele Dinge in den Schoß gefallen sind, die ich vorher gar nicht auf dm Schirm hatte. So habe ich mich durch den Börsencrash im Frühjahr zufällig mit Aktien beschäftigt. Nach nur drei Monaten habe ich ein niedrigen fünf stelligen Betrag akkumuliert. Für mich, der von der Hand im Mund lebt, ist das wahnsinnig viel Geld und dieses Geld verwende ich, um aktuelle und zukünftige Projekte von mir zu finanzieren. Ich habe 8 Kilo abgenommen, mehrere Bücher gelesen (davor habe ich das Lesen/Bilden extrem vernachlässigt), habe fast komplett aufgehört zu zocken, meditiere/bete, bin selbstbewusster geworden, positiver und habe meine Ziele definiert.

„Wer etwas will, findet Wege, wer etwas nicht will, Gründe.“

Dadurch, dass ich in den letzen drei Monaten wirklich wirklich (wirklich!) richtig viel um die Ohren hatte und mich die eine Sache wirklich psychisch hart mitgenommen hat ( ich kann leider nicht darüber reden, mit niemandem und das macht es eigentlich noch viel schlimmer) und mir vieles durch den Kopf ging, hat sich der Ansatz meines Opas ausgezahlt. Weil fast jeder Tag ein „schlechter“ Tag war, habe ich mich gezwungen an diesen Tagen einen Schritt nach vorne zu gehen. Die Tage, die ich als „guter Tag“ abgestempelt habe, waren nicht unbedingt produktive Tage im herkömmlichen Sinne. Für mich war ein erfolgreicher Tag, wenn ich einer meiner Ziele näher gekommen bin, so kann auch ein Tag, an dem ich nur Zeit mit der Familie oder (richtigen) Freunden verbracht habe, oder mit jemandem ein tiefgründiges Gespräch geführt habe (und daraus Erkenntnisse für mich ziehen konnte), als produktiv wahrgenommen werden. Da eines meiner größeren Ziele soziale Kompetenzen beinhaltet – und ich wirklich großes Glück mit meinen Nächsten habe – gehört „Kontakte pflegen“ zu meinem persönlichen Erfolg. Naja man muss dazu auch erwähnen, dass ich mich wirklich selten melde und ich meine Freunde auch selten sehe. Einige nehmen mir das übel, aber ich weiß, dass sie wissen, dass ich sie vom tiefsten Herzen liebe.

Was lernen wir aus der Geschichte ?

Nicht die guten Tage haben meinen Fortschritt definiert, sondern die schlechten. Sie haben den entscheidenden Druck erzeugt, damit ich mich weiter entwickeln konnte und durch den Ansatz meines Opas hatte ich seit März (technisch) nur gute Tage, welche mir Motivation, Antrieb und ein besseres Wohlbefinden verschafft hat.

Und das nur durch einen einzigen kleinen Schritt denn ich als Trotz gegenüber dem „beschwerlichen Tag“ eingebaut habe…

Einen erfolgreichen Tag noch

Alex Kavalenko

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4 Kommentare zu „Wovor läufst du weg?

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