Scheinwelt 1

Ich weiß, es gibt viele von euch da draußen wie mich, vielleicht nicht so viele wie ich mir erhoffe, aber doch mehr als ich glaube. Wir sind Menschen, die durch die Fassade durchsehen können… Den Menschen hinter der Maske zu sehen und verstehen, wie krank wir doch alle sind. Der Mensch versteckt sich einfach gerne, ich muss zugeben ich auch, aber mein Stolz oder der Rebell in mir weigern sich, diese Maske – die uns auf Dauer sowieso nicht schützen bzw. glücklich machen kann – weiter aufzusetzen.

Diese Maske, wie ich sie oben genannt habe, ist die Projektion des anderen Ichs, das andere Ich, was wir aufsetzen, um nicht verletzt zu werden, um uns davor zu schützen, dass Menschen in unmittelbarer Nähe einen Schritt zu tief in unser innerstes Ich dringen – dieses Ich dann ablehnen – und wir dadurch leiden. Dieses Ich ist eine Fassade, ein minimales Konstrukt unserer Selbst mit gesellschaftlichen zugeschnittenen Eigenschaften, die nur einen gewissen Grad von Individualität und Authentizität zulässt.

Dieses Konstrukt, das (fast) jeder trägt, sorgt dafür, dass wir das Gefühl haben, kompletter Einheitsbrei zu werden. Das hat sogar dazu geführt, dass die Individualität oder der Versuch „anders zu sein als die anderen“, sich im Zeitgeist meiner Generation manifestiert hat. Viele versuchen, sich deswegen vom Rest abzuheben. Aber dabei bedienen sie sich wiederum Wege, die sich innerhalb des Rahmens der gesellschaftlich tolerierten Normen befinden. Die sie dann letzendlich wieder in den gleichen Schrank zurückwerfen – wo sie rauskommen wollten – sie haben lediglich die Schublade gewechselt. Wir können die Gruppe wechseln, orientieren uns aber wiederum an den Verhaltensweisen und Dogmen der anderen in dieser Gruppe (Dies gilt nicht für alle, aber für die Mehrheit). Der Grund ist derselbe wie vorher erwähnt, wir haben Angst uns abzuheben und alleine dastehen zu müssen. Es ist außerhalb unserer Komfortzone, der Individuelle zu sein, der seine eigenen Ansichten innerhalb dieser Schublade vertritt und dafür gerade stehen zu müssen.

Damit kommen wir zu einem Punkt, welcher unser Leben maßgeblich bestimmt, die Angst.

Ein Zitat von einem sehr hochangesehenen Verhandlungspsychologen weltweit und Speaker Prof. Dr. Jack Nashor „Die Menschen wählen niemals das, was sie am meisten wollen, sie wählen immer das, was ihnen am meisten die Angst nimmt“. Er bezog sich dabei dann auf die Erfolgsgeschichten von McDonalds und behauptete, dass kaum einer wirklich McDonalds mag, es gibt mittlerweile an jeder Ecke bessere Burgerläden. Der Grund, warum McDonalds so erfolgreich ist, ist weil sie einem die Angst nimmt. Jeder weiß, was ihn erwartet, wenn er zu McDonalds geht.

Warum ich euch das erzähle? Weil ich der Meinung bin, dass diese Angst uns soweit kontrolliert, dass sie der Grund ist, dass viele Menschen sehr unglücklich sind. Die Maske ist das, was uns am sichersten auftreten lässt, die größtmögliche Sicherheit, oder umgekehrt die wenigste Angst. Sie ist gut geformt von Institutionen wie Kindergärten, Kindertagesstätte und Schulen und wird dann weiter manifestiert durch Medien und soziale Netzwerke.

Und diese Maske wird irgendwann zur blanken Realität, wir denken, wir sind die Maske, weil wir sie schon zu lange auf hatten.

Daraus entstehen dann innere Unruhen und Ungleichgewicht. Vielleicht hast du dich auch schonmal dabei erwischt, wie du mit dir selbst einen Konflikt zu bewältigen hattest, oder du auf dich oder deine Gedanken keine Lust mehr hattest. Lass dir das einen Moment auf der Zunge zergehen. Bist du nun einer oder zwei? (Dieses Thema behandle ich nochmal in einem zukünftigen Blog, sonst wird das alles hier zu lang)

Doch das schlimmste Übel was daraus entsteht, ist, dass es dazu führen kann, dass man sich Menschen aussucht, die mit der Maske kompatibel sind und nicht mit dem wahren Ich. denn „… suchen sich nicht das aus, was sie am meisten brauchen, sondern was ihnen am meisten die Angst nimmt“ wir verstecken uns oder ziehen uns zurück, wenn wir merken, dass wir einen Menschen getroffen haben, der wirklich von Anfang an ein Gefühl der tiefen Verbindung gibt, etwas was vollkommen echt wirkt… so sehr dass es uns Angst macht, Angst, man würde die Fassade verlieren, die man all die Jahre aufgebaut hat. Angst, dass man dieses Gefühlschaos, was man in sich spürt, niemals wieder einordnen kann und dieses unangenehme Gefühl niemals weggeht das aus dem Zweifeln des Verstandes entspringen. Der Verstand befehlt dir: „Lass los“ „wenn sie die richtige wäre, warum ist es dann so anstrengend?“ fragte er in dem Wissen, dass er doch selbst derjenige gewesen ist der Zweifel gesät hat.

Ich habe eine Frau kennengelernt, mit der ich genau das erlebt habe. Vom ersten Date, wohl eher vom ersten Augenblick, an dem sich unsere Blicke gekreuzt haben, habe ich etwas gespürt, was ich lange nicht mehr gespürt habe. Ich hatte das erste Mal seit langem das Gefühl, dass ich wieder die Kontrolle über mein Leben erlangt habe und ein wirklich überwältigendes Gefühl der Lebendigkeit gespürt. Mein tiefes inneres Ich, welches ständig im Konflikt zu meiner Maske stand, erhob sich und rebellierte. Wahrlich kann ich sagen, dass ich heute ich selbst bin und dieses selbst versuche zu manifestieren, obwohl sie nicht mehr da ist. Und mit dem Grund (der Trennung) dafür mache ich auch wieder ein Schlenker zum eigentlichen Thema.

Wenn wir uns gesehen haben, haben wir die Maske abgesetzt und wir haben uns gespürt und das nicht nur wir, es schien so, als hätten wir eine Aura ausgestrahlt immer dahin wo wir hin kamen, die von vielen Leuten wahrgenommen wurde und uns zum Mittelpunkt des Geschehens aufwertete. Obwohl ich mich für einen guten Beobachter halte, habe ich ein wenig gebraucht, um das überhaupt mitzubekommen. So tief waren wir in uns versunken. Ich kann mich wirklich nicht daran erinnern, wann ich mich das letzte Mal 7 Stunden mit einer Person unterhalten konnte, ohne ein einzigen Moment in Gedanken zu verfallen, Langeweile zu bekommen oder mich anderweitig abzulenken.

Wenn wir uns geküsst haben, war es voller Leidenschaft, impulsiv und doch zärtlich und sie legte sich in meinem Arm, als würden wir uns schon ewig kennen.

„wenn das Herz spricht, schweigt der Verstand“

Aber es sollte nicht so kommen, denn in dem Moment wo wir nicht zusammen waren und miteinander geschrieben haben, entwickelte sich eine ganz andere Dynamik. Es schien so, als würden zwei andere Personen miteinander schreiben.

Und tatsächlich waren es zwei andere Personen, denn die Maske war wieder da. In Sicherheit geborgen auf Distanz durch einen Chat… Keine Mimik, keine Gestik, kein Lächeln, keine Aura, keine Stimmfarbe, keine Berührungen… nichts!

Da fühlt sie sich wohl und fängt über den Verstand, die Zweifel über die Wahrnehmung der anderen Person zu flechten. Die Maske, die eigentlich dazu da ist, dich zu beschützen, nimmt dir jetzt, was du am meisten brauchst. Einen Menschen, der mit dem Herzen zu dir spricht, nicht mit dem Verstand.

Und so kam es, dass wir uns verloren haben.

Ich bin überaus dankbar für die Erkenntnisse und Lehren, die ich aus der Zeit ziehen konnte, und danke ihr vom ganzen Herzen, dass sie mir die Augen geöffnet hat. Durch diese schicksalhafte Person konnte ich ein Kapitel meines Lebens abschließen und in ein neues aufbrechen!

Ein neuer Tag beginnt und ich hoffe, dass auch ihr eine Lehre aus dieser Geschichte ziehen könnt.

Lauft nicht weg vor dem, was euch zu steht, nehmt es euch, auch wenn ihr Angst habt. Vertraut auf euer Herz und nicht auf euren Verstand. Und auch wenn das nicht immer möglich ist, versucht ab und an euere Maske abzusetzen, ihr werdet es nicht bereuen!

In Zukunft werde ich das Thema noch aus anderen Perspektiven beleuchten und auch tiefer in die Materie eintauchen.

Vielen Dank fürs Lesen meines ersten Blogs. Bald wird es mehr gesellschaftskritische, geopolitische, philosophische und spirituelle Geschichten/Erfahrungen/Gedanken geben.

Aleks Kavalenko

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4 Kommentare zu „Scheinwelt 1

  1. Toller Artikel …Passt zur aktuellen Situation und der unbewusst handelnden Masken-Gesellschaft….Was hast Du gesehen oder interpretiert beim Artikel “ Die Herren Medien “ ? Ich stelle fest das auch niemand mehr natürlich kommunizieren kann….Warum hast Du Wirtschaft-Psychologie studiert ?

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen Dank! Ich habe leider erst durch ihren Feedback von diesen Kommentar erfahren, da er unter den Spam Ordner gefallen ist. Die Kommentarfunktion war falsch eingestellt, tut mir leid! Könnten Sie mir nochmal den Link des Artikels schicken? Und ja, der Mensch entfremdet sich gegenüber selbst, und das spiegelt sich dann auch in der Kommunikation wieder. Schade. Ich studiere Wirtschaftspsychologie, weil ich mir der tagtäglichen Manipulation der Konzerne, Medien und Persönlichkeiten bewusst bin, und ich das Bedürfnis habe es besser zu verstehen, mich darauf zu spezialisieren und dann in Zukunft das Problem von innen zu bekämpfen (oder zumindest verbessern) . Ich bin mir aber auch bewusst, dass die Wahrscheinlichkeit mehr als gering ist, dass ich etwas verändern kann. Aber manchmal braucht die Welt Fantasten die den Mut haben zu wagen!

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